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U11 nimmt mit Serien-Double Abschied von Siebenerfeld, Saison und Superhelden

Wir sind viel Gutes gewohnt, von unserer U11. Aber das ISOTEC Finalturnier vor zwei Wochen, war schon etwas ganz Besonderes. Das spürte man von Anfang an.
Alle waren da. Auch die, die gar nicht im Kader waren. Wer nicht verletzt war, sogar im kompletten Trikotsatz. Für den Notfall. Die Augen verrieten, dass keiner so richtig gut geschlafen hatte, obwohl alle früh im Bett waren. Sogar früher als sonst. Und freiwilliger als sonst.
Andächtige Stille in der Kabine, unterbrochen von gegenseitigen Aufmunterungen. Kein Rumgealber. Totale Konzentration in der Vorbereitung auf dem Platz. Vollgasfußball von Anpfiff bis Abpfiff. Dreimal zwanzig Minuten „unser Pressing“. Keine Fehler. Keine Schnörkel. Unser Spiel. Als Trainer hatte man das Gefühl, man könnte jetzt auch nach Hause gehen. Das läuft. Die machen das.
Das Ergebnis: Drei Spiele. Drei Siege. Sechs Tore. Null Gegentore. Dritter Isotec-Finalsieg in Folge. Zweites Double in Folge. Unser letztes Spiel an diesem Tag -unser allerletztes auf dem 7er-Feld überhaupt- hätten wir theoretisch sogar mit 5:0 verlieren dürfen. Der ganze verfügbare Kader kam noch einmal zum Einsatz.
Dieses Level an selbst mitgebrachter Konzentration, Druck und danach entladender Freude, kannten wir Trainer von unseren Jungs bis dahin noch nicht. Klar: „Isotec Finale“ ist nur einmal im Jahr. Immer der große Schlusspunkt. Und Isotec bedeutet halt, drei Spiele von der besonderen Sorte „die-wir-gewinnen-wollen“. Wir sind da sehr gut drin. Nur ganz selten gelingt uns das mal nicht: Zuletzt im Staffel-Rückspiel gegen Taxofit. Oder beim Sparkassencup-Halbfinale gegen Düren. Aber wenn wir mal was verlieren, geht die Welt auch nicht unter. Und wenn wir gewinnen, flippen wir normalerweise nicht gleich so aus, wie an diesem Samstag, vor zwei Wochen.
Nein, noch etwas war besonders, diesmal. Denn es war der letzte gemeinsame große Auftritt in einer Formation, die es schon immer gab, die es aber nach diesem Spieltag nicht mehr geben sollte. Und das nicht nur, weil ab dann unser 7er-Feld zum 9er-Feld würde:
Drei Spieler wechseln mit der neuen Saison zu Bundesligavereinen. Einer zur befreundeten Konkurrenz. Mit Benny verlässt uns zudem der „beste Trainer ever“, wie es die Jungs formulieren würden.
Mit Simmi ging einer der stärksten Keeper seines Jahrgangs. Nach dem eher ruhigen Jahr bei uns, in dem er mehr Tore schießen konnte, als er halten musste, zieht es ihn zu einem zukünftigen Zweitligisten in den Kölner Norden, wo er endlich mal wieder ordentlich was auf die Hütte bekommt.
Noch „schlimmer“ aber: Mit Liam verloren wir schon am nächsten Tag den Erfinder unseres Schlitzohr-Fußballs. Mit Tom folgte ihm der stille König der rechten Spielhälfte. Und mit Felix ging zum Schluss auch noch unser Kapitän und Beherrscher aller Räume von Bord.
Von den letztgenannten Drei, kann sich nur der Oberschlaumeier Liam noch an Dinge erinnern, die in den ersten Monaten seines Lebens passiert sind, bevor er zum CfB kam. Für alle anderen gab es bisher keine Zeit, in der sie nicht bei uns gespielt hätten. Liam und Felix standen seit ihrem zweiten Lebensjahr in unserem Kickergarten Cage. Mit vier Jahren kam die St. Joseph-Kigacup-Rakete Pöppeltom dazu. Seitdem ist „Fußball“ ihr wichtigster Lebensinhalt. Und der Fußball hieß „CfB“ mit Nachnamen.
Die drei gehörten zum ursprünglichen „Kern“ dieses grandiosen Jahrgangs. Sie sind das „Herz“ unserer „Null-Achter“-Generation. So wie Elias oder Malik. So wie Ben, Henrik, Florian und andere, die sich auf die drei Mannschaften unserer heutigen U11 verteilen, waren sie schon immer da. Nie gab es einen von Ihnen alleine. Mit jeder Ballberührung haben sie von Kleinauf den Teamgeist aufgesaugt, an den andere, die dazukamen, anwachsen konnten.
Sechs Jahre lang haben wir Trainer unseren Aufstellung rund um diese Drei gebaut: Wenn wir den Magnet-Pin mit ihrer Rückennummer auf der 7er-Tafel platziert haben, wussten wir, was wir auf dieser Position erwarten durften. Und unsere Gegner wussten was sie erwartet, wenn sie die Drei auf dem Kleinfeld-Platz stehen sahen: „Hier steht der CfB Ford Niehl“, hieß das. „This is Niehlfield“, hieß das.
Nicht vorstellbar, dass schon bald ein anderer Spieler mit der Nummer 2, 10 oder 11 in unseren Reihen steht. Noch absurder, Euch schon jetzt in anderen Teams spielen zu sehen.
Nur ein sehr großes Herz kann so eine Teilamputation verkraften. Gut, dass wir das haben.
Obwohl dann nachfolgend auch noch Latif gegangen ist, haben schon die letzten Spiele gezeigt, dass die Mannschaft auch ohne unsere drei Gründerkinder ihren Charakter und Spielstärke erhalten wird. Die ersten „Leistungsvergleiche“ mit unseren Lieblingsgegnern waren extrem vielversprechend. Unser eigenes Quali-Turnier haben wir sogar, ohne Vorsatz, gewonnen. Das mit der „Anwachsung“ hat gut funktioniert.
Für uns nicht selbstverständlich: Abgänge und 9er-Feld machen dieses Jahr sogar externe Zugänge möglich. Mit Luca kehrt einer aus dem Kickergarten Cage zurück. Mit Yannis, Vlad und Rayan kommen Jungs dazu, bei denen man schon nach dem ersten Probetraining wusste, das passt. Ben, Seydhan und Flori rotieren aus unserer starken „Zweiten“ rein. Das wird richtig klasse…
Danke an Benny, dass er in achtjähriger, eisern erduldeter Vatertrainerschaft unseren Kickergarten-Haufen auf NLZ-Niveau geschossen hat und Dank für tausend geile Stunden und ebenso viele unvergessliche Momente an Deiner Seite.
Danke an Simi für den Isotec und die Staffel 1 Meisterschaft 2019, denn –mitlesende Teilzeittorhüter der Vergangenheit mal weghören- ohne einen Typen und Keeper Deiner Klasse hätten wir das wohl nicht noch einmal so easy geschafft.
Und Danke an Felix, Liam und Tom für viel mehr, als eine erträgliche Länge dieses Artikels zu Schreiben erlauben würde.- Wir durften groß werden mit Euch. Sehr groß.
Ihr werdet´s am letzten Wochenende schon bemerkt haben: Wir werden Euch finden und feiern, wo immer wir Euch sehen.
Denn nicht vergessen:
„Einmal Niehler - Immer Niehler!“.